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| Psychologisch – Pädagogische Praxis Wolfgang Nitzler |
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„Jedermann erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält.” (Max Frisch; Tagebücher) Genau betrachtet, erzählen wir Menschen uns gegenseitig, und auch ganz besonders uns selbst, eine Vielzahl von Geschichten, die uns in ihrer Summe Identität geben. Viele Geschichten haben wir ,vergessen’ und trotzdem: Sie sind in uns gespeichert (im Gehirn, in den Muskelspannungen, im ganzen Körper) und wirken. Unter diesen Geschichten gibt es zerstörerische Geschichten, kränkende Episoden oder verletzende Details. Es gibt aber auch eine Möglichkeit, altes „Wissen” neu zu verknüpfen. Es gelingt dann zu erkennen, welche Schätze, Qualitäten, Stärken, oder „Ressourcen” wir nur deshalb gewonnen haben, weil wir im Laufe unseres Lebens so gefordert wurden wie es eben war. Auf diese Weise können neue kraftvolle und liebevolle Geschichten über uns ein verändertes Selbstbild bewirken. Wir gewinnen eine neue selbst bewusste Sicht auf unsere Lebensgeschichte. Parallel zu dieser psychologischen Sicht– und Vorgehensweise (Konstruktivismus) vertritt auch die neuere Hirnforschung die Meinung, uns Menschen sei es möglich, manchmal solche Geschichten und Episoden zu „überschreiben”, immer aber, sie uns heilend und versöhnlich zu erzählen. Bildlich gesprochen heißt das, dass wir alte breite Datenbahnen des Gehirns verlassen und neue ,Trampelpfade’ aufbauen können. In diesem Sinne sagt unser großer Kollege Steve De Shaser, „es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit gehabt zu haben.” In der Achtung vor dem Schicksal und dem Wesen des Einzelnen, und im Wissen um seine Eingebundenheit in seine Lebensbezüge und seine Familie, unterstützen wir unsere Klienten auf dem Weg dazu, ein gutes Leben zu finden und zu führen. In Dankbarkeit sind wir unserem verstorbenen Freund, Kollegen und Lehrer, Dr. Ingo Gerstenberg, verbunden. |
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